Elektrische Drucksondiertechnik

Bodenerkundung und Bodenuntersuchung für Bauprojekte

Wir führen Sondierungen und Bodenanalysen durch, um vor Bauprojekten die Beschaffenheit des Untergrunds zu ermitteln. Das ist notwendig für sichere Gründungen, Altlastenerkundungen und die Planung von Erd- und Tiefbauarbeiten. Die Verfahren richten sich nach DIN- und ISO-Normen und liefern präzise Messwerte, die für statische Berechnungen und Baugrundgutachten verwendet werden.

Elektrische Drucksondierung (CPT)

Die elektrische Drucksondierung ist das Standardverfahren zur schnellen Erkundung von Bodenschichten. Eine Messsonde wird mit konstanter Geschwindigkeit in den Untergrund gedrückt. Die Sonde erfasst dabei zwei wichtige Werte:

  • Spitzendruck: Der Widerstand beim Eindringen in den Boden
  • Mantelreibung: Der Reibungswiderstand an der Sondenoberfläche

Die Messsonde liefert pro Meter bis zu 1.000 Messwerte in Echtzeit. Aus diesen Daten können Bodenarten schichtweise im Zentimeter-Schritt bestimmt werden. Das ermöglicht es, Tonböden von Sanden zu unterscheiden und Bodeneigenschaften wie Festigkeit und Verdichtung zu characterisieren.

Anwendung: Schnelle Orientierung bei Neubaugebieten, Vergleich mehrerer Standorte, Erkennung von Schwachstellen im Untergrund.

Porenwasserdruck-Messung (CPTU)

Die CPTU-Sonde ist eine Weiterentwicklung der elektrischen Drucksondierung. Sie misst zusätzlich den Wasserdruck im Untergrund. Das ist wichtig, weil Wasser in bindigen Böden (Ton, Schluff) den Druck beeinflusst.

Mit dieser Information lassen sich:

  • Die gemessenen Druckwerte für den tatsächlichen Bodenzustand korrigieren
  • Die Durchlässigkeit des Bodens beurteilen
  • Konsolidierungsprozesse (Setzungsverhalten) vorhersagen

Zusätzlich möglich: Dissipationstests, bei denen die Sonde gestoppt wird und der Wasserdruckabbau gemessen wird. Das liefert Rückschlüsse auf Durchlässigkeit und Kompressibilität.

Anwendung: Projekte mit grundwasserhaltigen Schichten, Baugruben in Hafengebieten, Altlasten-Erkundungen in unterlagerten Aquiferen.

Seismische Drucksondierung

Diese Methode verbindet Drucksondierung mit seismischen Messungen. Die Sonde ist mit drei Beschleunigungsmessern ausgestattet, die Bodenwellen erfassen. An der Oberfläche wird durch einen Hammerschlag oder ein Fallgewicht eine Druckwelle erzeugt; die Sonde misst, wie schnell diese Welle in die Tiefe eindringt.

Aus den Messdaten lassen sich berechnen:

  • Scherwellengeschwindigkeit: Bestimmt die Steifheit des Bodens und ist wichtig für Erdbeben- und Erschütterungsbewertungen
  • Kompressionswellengeschwindigkeit: Unterscheidet wassergesättigte von trockenen Böden
  • Elastische Kennwerte: Querdehnungszahl und andere Parameter für geotechnische Berechnungen

Anwendung: Erschütterungsprognosen, Baudynamik, Risikoabschätzung bei Erdbeben, Lärmschutz-Gutachten für Baustellen.

Magnetometer-Sondierung (Blindgängerdetektion)

Vor Arbeiten auf Altlasten oder militärischen Flächen müssen Blindgänger und Metallreste gesucht werden. Die Magnetometer-Sonde erkennt ferromagnetische Objekte im Untergrund, ohne den Boden zu durchbrechen.

Funktionsweise: Ein Fluxgate-Gradiometer misst Veränderungen im Magnetfeld. Metallische Körper erzeugen charakteristische Anomalien, die zur Tiefe und Größe des Objekts führen.

Vorteile dieses Verfahrens:

  • Keine Sprengung oder Räumung nötig – nur Detektion
  • Echtzeitergebnisse während der Messung
  • Geringe Bodenbelastung, geringer Arbeitsaufwand
  • Funktioniert auch im Wasser (Offshore-Anwendungen)

Anwendung: Kampfmittelfreigabeverfahren, Verdachtsflächen-Screening, Bestandsaufnahme vor Baumaßnahmen.

Direkt-Push-Probenahme (BAT-System)

Manchmal reichen Druckwerte nicht aus – der Boden selbst muss analysiert werden. Das BAT-System ermöglicht die Entnahme von Bodenproben in beliebigen Tiefen ohne klassische Bohrung.

Ablauf: Die Sonde wird in den Untergrund gedrückt. Ein Filterelement wird freigelegt, Bodenmaterial strömt ein. Ein evakuiertes Glasgefäß wird durch ein Hohlgestänge hinuntergelassen und saugt die Probe auf. Danach wird das Gefäß hochgezogen und ins Labor gebracht.

Was gemessen wird:

  • Bodenkontamination (Schadstoffe, Öl, Chemikalien)
  • Bodenluft-Zusammensetzung (Radon, Gase)
  • Wasserbeschaffenheit (Qualität des Grundwassers)
  • Durchlässigkeit des Bodens vor Ort

Anwendung: Altlastenerkundung, Gefährdungsabschätzung vor Neunutzung, Baumaterial-Prüfung, Deponiestandorte.

Flügelsondierung

Bei tonigen und schluffigen Böden wird eine Flügelsonde verwendet. Ein Stahlflügel wird in den Untergrund gedrückt und gedreht. Der Drehwiderstand zeigt die Scherfestigkeit des Bodens.

Messwerte:

  • Undränierte Scherfestigkeit: Wie fest der Boden ist (wichtig für Gründungstiefe)
  • Restscherfestigkeit: Wie der Boden sich nach Verformung verhält

Diese Werte sind unverzichtbar für erdstatische Berechnungen und Böschungsstabilität.

Anwendung: Ton- und Schluffböden, Stabilität von Dammschüttungen, Gründungsplanung bei sensiblen Böden.