Baustelle

Hahn-Vorfeld wird zu eng

Zehn Millionen Euro für Rollwege und Stellplätze 

Ein knappes Jahr ist vergangen, seit die Landesregierung Rheinland-Pfalz die Geschäftsanteile des Flughafens Hahn von Fraport übernommen hat. Zeit für ein erstes Fazit.

Der Flughafen Hahn hat im März bei der geflogenen Fracht ein Rekordergebnis erzielt. 31 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat wurden verzeichnet. Dazu gesellt sich ein Plus im Passagierbereich von 4,3 Prozent. „Das ist der beste März, den der Hahn je hatte“, frohlockte der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Hendrik Hering bei einem Pressegespräch in Mainz. Vor allem die Steigerungen bei der Fracht machen eine Erweiterung des Vorfelds notwendig. „Die größten Chancen auf Erweiterung hat der Hahn im Frachtbereich. Die Nachfrage steigt. Für weitere Ansiedlungen von Frachtfluggesellschaften reicht die Flächenverfügbarkeit aber nicht mehr aus“, so der Minister. Daher werden 3,5 Millionen Euro für neue Vorfeldflächen und weitere 6,5 Millionen Euro für neue Rollwege investiert.

Die guten Chancen des Hahns im Frachtbereich begründet der Minister mit der Verfügbarkeit von Gelände, die auf anderen Flughäfen weniger gegeben ist. „Es gibt viele Branchen, die große Lager und Logistikflächen benötigen. Am Hahn können wir diese unmittelbar am Abfertigungsterminal anbieten“, sagte der Minister. Das bedeutet kurze Wege für Frachtunternehmen. Diese kurzen Wege werden noch dadurch optimiert, dass der gesamte Frachtbereich über die noch zu bauenden Ortsumgehung Bärenbach einen eigenen Zugang erhalten wird.

2009 hielten sich die durch die Wirtschaftskrise verursachten Verlust auf dem Hahn in Grenzen. Der Hahn verzeichnet ein Minus bei Betriebsergebnis von 12,7 Millionen Euro. Die Verluste sollen durch Eigenkapitelrücklagen ausgeglichen werden. Eigene Schätzungen gingen Anfang 2009 von 18 Millionen Euro Minus aus, Voreigentümer Fraport hatte sogar 25 Millionen Euro Miese kalkuliert. Für 2010 hält Minister Hering ein leichtes Wachstum bei der Passage für möglich. 3,8 Millionen Menschen flogen im Vergangenen Jahr via Hahn.

Bei den Transportflügen erwartet Hering einen deutlichen Anstieg. Air Cargo Germany habe im Krisenjahr 2009 einen guten Start hingelegt. „Wir stehen in Verhandlungen mit weiteren Airlines, sowohl im Fracht- als auch bei Passagier-Fluggesellschaften“, so Hering. Nach Asien und Russland laufe das Transportgeschäft gut. Der Hahn finde mittlerweile Beachtung in der Branche. Daher hält Hering es für realistisch, die 12,7 Millionen Euro Verlust beim Betriebsergebnis in diesem Jahr noch einmal zu reduzieren.

Neben den zehn Millionen Euro Investitionen in Rollwege und Vorfeld, steht die geplante Terminalerweiterung an, mit der im August begonnen wird, sowie der Bau eines Wartungs- und Schulungszentrums, für das bereits Nutzungsverträge existieren, so Hering.

© Rhein-Zeitung vom 27.04.2010 / Lokales Rhein-Hunsrueck